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Arbeit in Deutschland / Blaue Karte (Blue Card)

работа в Германии / робота в Німеччині / Arbeit in Deutschland

Ausländer aus Staaten außerhalb der EU dürfen in Deutschland nur arbeiten, wenn sie einen dafür vorgesehenen Aufenthaltstitel haben. Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist auf bestimmte Berufe beschränkt und bedarf in der Regel der vorherigen Zustimmung der Arbeitsagentur. Allerdings bestehen zahlreiche Ausnahmen. Auch wurde der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt in den letzten Jahren deutlich vereinfacht.

Für qualifizierte Ausländer, z.B. akademische ausgebildete Fachkräfte, wurden dagegen die rechtlichen Hürden für eine Arbeitsaufnahme in Deutschland weiter abgesenkt.

So besteht für Akademikerinnen und Akademiker mit einem anerkannten Hochschulabschluss seit dem 1. August 2012 ein erleichterter Arbeitsmarktzugang über die “Blaue Karte EU”. Für diese ist neben dem Nachweis der Qualifikation lediglich ein Nachweis über ein konkretes Arbeitsplatzangebot erforderlich, bei dem ein jährliches Bruttogehalt in Höhe von mindestens 49.600 Euro (2016) gezahlt wird. Eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ist nicht mehr erforderlich. Deutschkenntnisse sind nicht erforderlich. Bei entsprechenden Deutschkenntnissen erhalten Inhaber der Blauen Karte bereits nach 21 Monaten eine dauerhafte Niederlassungserlaubnis. Erleichterungen ergeben sich auch für Familienangehörige, die hier arbeiten wollen. Auch hier ist bei Familienzusammenführung kein Sprachnachweis A1 erforderlich. Aufenthalt bis 12 Monate im Ausland möglich (§ 19 Aufenthaltsgesetz).

Für Fachkräfte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie Ärztinnen und Ärzte gelten die Bestimmungen bzgl. der „Blauen Karte EU“ auch dann, wenn sie genauso viel verdienen wie vergleichbare inländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, mindestens jedoch 38.688 Euro (2016). In diesem Fall muss die Bundesagentur für Arbeit der Beschäftigung allerdings zustimmen.
Vereinfachte Regelungen gelten auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Hochqualifizierte, Führungskräfte, leitende Angestellte und Spezialisten.

Auch für beruflich qualifizierte Ausländer, z.B. Pflegefachkräfte, wurden die Möglichkeiten zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen verbessert. Zudem ist auch hier der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt in Mangelberufen ohne vorherige Vorrangprüfung möglich, sofern die Qualifikation der Fachkräfte nach dem Anerkennungsgesetz mit einem deutschen Berufsabschluss gleichwertig ist.

Im April 2012 trat auch das Anerkennungsgesetz in Kraft, welches ein transparenteres Verfahren zur Überprüfung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsqualifikationen nach einheitlichem Standard sicherstellen soll.

Ausländer mit deutschem oder in Deutschland anerkanntem Hochschulabschluss können sich darüber hinaus zwecks Arbeitsplatzsuche ein halbes Jahr in Deutschland aufhalten.

Für alle anderen Berufe und Fälle, die nicht unter die Bluecardregelung fallen, gilt weiterhin eine Vorrangprüfung. Das heißt der Arbeitgeber muss der Landesarbeitsverwaltung nachweisen, das keine derartigen Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind ( §18 Aufenthaltsgesetz).

Dies ist die größte Hürde, bei der Arbeitsaufnahme ohne Blaue-Karte-Regelung.

Wir beraten umfassend in allen Angelegen hinsichtlich Arbeitsplatzsuche, Gleichwertigkeit und Anerkennung von Berufs- und Hochschulabschlüssen, Arbeitsplatzsuche, Vertragsgestaltung und Visaangelegenheiten zur Arbeitsaufnahme. Gerne führen wir für sie auch das komplette Visaverfahren (Blue-Card) durch.

Exkurs: Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Für manche Abschlüsse ist es hilfreich, Qualifikationen anerkennen zu lassen. Für andere ist es eine echte Voraussetzung, um in Deutschland arbeiten zu dürfen. Das hängt davon ab, welchen Beruf Sie haben: Reglementierte Berufe: In Deutschland gibt es „reglementierte Berufe“. In diesen Berufen dürfen Deutsche und Personen mit ausländischer Nationalität nur dann arbeiten, wenn sie eine ganz bestimmte Qualifikation besitzen. Das gilt etwa für Berufe wie Ärzte und Rechtsanwälte. Wenn Sie in einem dieser reglementierten Berufe arbeiten möchten, dann brauchen Sie eine Anerkennung Ihres Berufsabschlusses in Deutschland. Nicht-reglementierte Berufe: Die meisten Berufe sind nicht reglementiert. Um beispielsweise die Tätigkeit eines Betriebswirtes, Informatikers oder Bäckers auszuüben, brauchen Sie keinen entsprechenden Berufsabschluss. Eine Anerkennung Ihres Abschlusses kann aber trotzdem helfen – selbst bei einer teilweisen Gleichwertigkeit

(12 Leute, durchschnittlich: 4.75/5)

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